1867 Fürsorge für die Kinder

Bis in die ersten Tage der Anstalt reicht die Geschichte eines Arbeitszweiges hinein, der je länger, je mehr zu einer besonders reichen Entfaltung gekommen ist, die Fürsorge für die Kinder, wie denn auch das Wort Jesu der Hausspruch unserer Anstalt geworden ist:
,,Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt Mich auf!“ Matth. 8, 15.

Es war noch im Hause Sommerstraße 25, da nahmen am 19. Februar 1867 die Schwestern den ersten Kranken Knaben, namens Paul Engelmann, auf und pflegten ihn bis zu seinem Heimgang am 1. April. Schon im Berichtsjahr 1867 und 1868 stieg die Zahl der im Diakonissenheim verpflegten kranken Kinder auf 16. Meist waren es solche, die durch schlechte, unregelmäßige Kost, durch ungesunde Wohnungsverhältnisse, nicht selten auch durch Mißhandlungen in chronisches Siechtum verfallen waren.


Spielschule Breslauer Straße Quelle: Stiftung Diakonie Görlitz


Im ersten Berichtsjahr starben allein drei dieser armen, vernachlässigten Geschöpfe. Hier fand die mütterliche Barmherzigkeit der Schwestern ein reiches und lohnendes Feld der Betätigung.

Aber nicht nur den kranken, sondern auch den gesunden Kindern wandten die Schwestern ihre Liebe und Fürsorge zu. Auf ihren Wegen durch die Gemeinde war ihnen so manches Kind begegnet, dem die sorgende, leitende und schützende Hand fehlte, und das, aus den gefährdenden Einflüssen seiner Umgebung herauszureißen, die Pflicht der Barmherzigkeit gebot. Im April 1867 waren es schon 6 bis 8 Kinder, die die nie gekannte traute, bergende Heimat im Hause der Schwestern gefunden hatten. Der Andrang solcher versorgungsbedürftiger Kinder wurde bald so stark, daß die vorhandenen Räume bei weitem nicht genügten, um sie ordentlich unterzubringen.