Hospiz für Damen

Wie im Marthaheim, so besteht auch im Diakonissenhaus selbst neben der Mägdeherberge ein Hospiz für Damen. Diese Einrichtung reicht bis in die Mitte der achtziger Jahre zurück. Es finden hier Damen, die zu zeitweisem Aufenthalt nach Görlitz kommen, freundliche Aufnahme, je nach Wunsch mit teilweiser oder vollständiger Verpflegung. Schon im Jahre 1884 kehrten hier 24 Gäste ein. Im Jahre 1890 berichtet die Schwesternchronik: „Die Zimmer unseres kleinen Hospizes werden immer bekannter, und wir erzielen dadurch eine Einnahme für unser Haus.“ Die Zahl der Gäste war auf 70 gestiegen. (1895: 83, 1905: 45, 1910: 93, 1915: 53.)

Am 1. Oktober 1895 erfuhr das Damenhospiz eine Erweiterung insofern, als von da ab auch kranke und sieche Damen aufgenommen wurden. Damit kam das Diakonissenhaus einem, wie vielerorts, so auch in Görlitz vorhandenen dringenden Bedürfnis entgegen, denn es bestehen zwar viele Stifte aller Art, in denen Damen in gesunden Tagen eine Heimat finden, weniger aber, die auch den kranken und hilflosen Aufnahme gewähren. In unserem Diakonissenhaus ist diesem Bedürfnis Genüge geschehen durch die zur Ergänzung des Hospizes eingerichtete Station für kranke und sieche Damen. Die Plätze dieser Station sind von Anfang an stets voll besetzt gewesen. (1915: 46 Pfleglinge.)