1889 Kleinkinderschule-Kindergarten

Den ersten K i n d e r g a r t e n (Kleinkinderschule) übernahmen die Schwestern im November 1869. Es handelte sich um solche Kinder, deren Mütter entweder durch ihre erwerbliche Tätigkeit oder durch Krankheit verhindert waren, sich ihnen zu widmen, und die doch, falls sie nicht zu Schaden kommen sollten, die mütterliche Pflege und Aufsicht nicht entbehren konnten. Um den Anfang der Sache zu erleichtern, hatte eine warmherzige Frau zunächst in ihrer eigenen Wohnung die nötigen Räume nebst Einrichtung mietsfrei hergegeben und zugleich eine reiche Gabe zur Förderung dieses Liebeswerkes gestiftet. Dieser Kindergarten siedelte später nach dem Diakonissenhaus Bautzener Straße 30 über. Während des Krieges im Jahre 1870 wegen Mangels an einer Schwester vorübergehend aufgehoben, hat er seit dem bis heute ununterbrochen fortbestanden und wird durchschnittlich von etwa 60 Kindern besucht.

Im Mai 1874 wurde in der Neißevorstadt ein zweiter Kindergarten eingerichtet, und zwar im Hause Breslauer Straße 38, das zu diesem Zwecke angekauft wurde. Ein Freund der Kinder hatte durch Gewährung eines zinsfreien Darlehens von 2000 Talern diese Gründung ermöglicht. Etwa 50 Kinder wurden hier täglich versorgt.

Im folgenden Jahr kam ein dritter Kindergarten dazu. Der Görlitzer evangelische Verein hatte in seinem Hause Kahle 18 die notwendigen Räume für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Die neue Anstalt wurde von 40 Kindern besucht. Im Jahre 1888 wurde sie von der Kahle nach Lunitz 10a verlegt und Ostern 1896 von dort nach der Heiligengrabstraße 74.

Am 3. Mai 1880 wurde auf Anregung des Pastors Wernecke in dem jenseits des Bahnhofs gelegenen Stadtteil Zittauer Chaussee 142 ein vierter Kindergarten aufgetan und anfänglich von 10 Kindern besucht. Diese Anstalt siedelte 1887 nach der Pomologischen Gartenstraße über. Der Besuch blieb auch dort hinter den Erwartungen zurück, so daß dieser Kindergarten im Jahre 1893 zum zweiten Mal, und zwar nach der Gobbinstraße, verlegt wurde. Hier blieb er sechs Jahre. Nach Ablauf des Kontraktes wurde er, da die Räume nicht mehr ausreichten, an dieser Stelle aufgegeben und in den neugemieteten Räumen Lutherstraße 24 wiedereröffnet. Hier hat sich der Besuch auf durchschnittlich 50 Kinder gehoben.

Am 11. April 1901 wurde in Moys ein fünfter Kindergarten gegründet. Dieser wurde aber nach 12 Jahren, wie es scheint wegen Mangel an Zuspruch, wieder aufgehoben.
In allen Kindergärten haben zunächst viele Jahre lang Schwestern die Arbeit getan. Erst in neuerer Zeit, als die Aufgaben des Mutterhauses ständig wuchsen, mußte es seine Schwestern von diesem Arbeitsfelde mehr und mehr zurückziehen. An dieser Stelle traten junge Mädchen, nachdem sie von erfahrenen Schwestern die nötige Anleitung empfangen hatten.

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