1912 Jugendverein

Als Vorstufe des Jungfrauenvereins ist der seit 1912 bestehende J u g e n d v e r e i n anzusehen. Er wird nur von Konfirmandinnen, und zwar nur im Winterhalbjahr besucht. Eine Schwester sammelt die Mädchen am Dienstag abend von 7 bis 8 ½ Uhr im Diakonissenhaus um sich.

Es wird mit einer kurzen Bibelbesprechung begonnen. Dann werden bei fröhlichem Gesang Handarbeiten für Weihnachten und für die Konfirmation gemacht. Auch heitere Spiele kürzen die Zeit. In derselben Weise hält eine andere Schwester am Mittwoch abend für die Konfirmandinnen der Altstadt im Stadtmissionshause Jugendverein ab.

In Anbetracht der Ausdehnung, die die im Diakonissenhaus und von dort aus betriebene Pflege der weiblichen Jugend je länger, je mehr angenommen hat, wandte sich im Februar 1914 das Mutterhaus an den Görlitzer Vorstand mit der Bitte, eine J u g e n d p f l e g e r i n anzustellen und bot zugleich für diesen Posten eine geeignete Schwester an. Ihre Aufgabe sollte es sein, den Jungfrauen- und Jugendverein zu leiten, die in Betracht kommenden Kurse abzuhalten, die Verbindung des Vereins mit dem Kreis- und Provinzialverband zu pflegen, den einzelnen Vereinsmitgliedern nachzugehen, sich um die Haushaltungs-schülerinnen zu kümmern, auch die notwendige Korrespondenz zu führen. Der Gemeindekirchenrat ging auf das Anerbieten Bethaniens bereitwilligst ein, und am 20. Mai trat die für die Jugendpflege bestimmte Schwester ihren Dienst in Görlitz an. Sie fand reichlich Arbeit, und es ist sehr zu begrüßen, daß für diesen so bedeutsamen Arbeitszweig nun eine volle Kraft zur Verfügung steht.