30. September 1887 Einweihung des Neubaus

Der Wortlaut der Urkunde, die in den Grundstein eingeschlossen wurde, wies darauf hin, daß das zu errichtende Haus, dessen Bau im 50. Jahre nach der Erneuerung des Evangelischen Diakonissenwerkes begann, zur Förderung des Reiches Gottes gereichen solle durch den Dienst barmherziger Liebe. Heut, wo so viele Gemeinden hin und her im Lande sich eines Gemeindehauses erfreuen dürfen, wird denen, die die Diakonie lieb haben, die Erinnerung willkommen sein , daß eines der allerersten kirchlichen Gemeindehäuser auf dem Boden der Diakonie erwachsen ist. Der Bau, ein dreistöckiges Haus mit 11 Fenstern Front nach der Landeskronstraße hin, Schritt rüstig vorwärts und verlief ohne Unfall. Anfang Oktober wurde das Richtfest gefeiert. Ein Jahr später, am 20. September 1887, fand die feierliche Einweihung statt. Von dem First des stattlichen Gebäudes wehte eine schwarz-weiße Fahne. Die Eingangspforte war mit Blumen geschmückt und trug folgende Inschrift:

"Mit Lob und Preis zieht in dies Haus,
nehnt Segen ein, gebt Segen aus!"

Die zahlreichen Festteilnehmer versammelten sich vor dem alten Haus, von dem man mit Gebet Abschied nahm. Dann folgte der Festzug nach dem Portal des neuen Hauses. Die kurze Wegstrecke war reich mit Blumen bestreut. Nach der Schlüsselübergabe öffnete der Vorsitzende des Vorstandes, Superintendent Schultze, im „Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ die Tür und hielt dann im Flur des Hauses eine Ansprache über Psalm 122,1: „ Ich freue mich, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des Herren gehen!“ Dann stieg man zum Betsaal hinauf, wo Pastor Nehmiz aus Bethanien-Berlin über 1. Petr.2, 5 sprach: „ Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum!“ Das Schlußgebet hielt Archidiakonus Schönwälder. An die Feier schloß sich ein Rundgang durch das Haus an. Alle Türen waren mit Girlanden umwunden. Das ganze Haus machte auf alle Besucher einen überaus freundlichen, anheimelnden Eindruck.