Baugeschehen in der Diakonissenanstalt seit 1885

Ehe wir über den neuesten Zweig der Görlitzer Diakonissenarbeit, die K r i p p e, berichten, erscheint es geboten, einen Überblick über die bauliche Entwicklung der Gesamtanstalt zu geben.

1871 ihr Heim hatte, genügten, je mehr die Arbeit an Ausdehnung gewann, um so weniger den Anforderungen. Anfangs der achtziger Jahre befanden sich außer den 11 damals in Görlitz stationierten Schwestern in diesen beiden kleinen Häusern: die Kinderbewahranstalt, der Kindergarten mit etwa 60 Kindern, 10 Haushaltungsschülerinnen und Herbergerinnen in unbestimmter Zahl. Außerdem wurde hier die Strick- und Sonntagsschule gehalten. Überdies war das Haus Bautzener Straße 29 baufällig. So wurde besonders auf Anregung Bethaniens ein Neubau ins Auge gefaßt. In mehreren Sitzungen beschäftigte sich in den Jahren 1883 und 1884 der Vorstand mit dieser Angelegenheit, die jedoch wegen der 1885 in unmittelbarer nähe der Schwesternwohnung stattfindenden großen Gewerbeausstellung der Lausitz zunächst noch einen Aufschub erleiden mußte. Aber wieder erwies sich, was zuerst als Hemmung erschien, als eine Förderung der Sache.