Gründung einer Krippe

Zu eben dieser Zeit fasste der Vaterländische Frauenverein den Plan, eine K r i p p e zu gründen. Es kam zwischen ihm und dem Vorstand der Diakonissenanstalt zu Verhandlungen dahingehend, daß die Diakonissenanstalt in einem auf dem neuerworbenen Grundstück zu errichtenden Hause dem Vaterländischen Frauenverein die für eine Krippe notwendigen Räume mietsweise überließ, wogegen der Vaterländische Frauenverein sich verpflichtete, einen jährlichen Zuschuß von 1900 M. zu leisten. Diese Verhandlungen fanden ihren Abschluß in dem am 4. Juli 1913 zwischen den beiden Beteiligten abgeschlossenen Vertrage, dessen erster Paragraph lautet: „Der Vaterländische Frauenverein und die evangelische Diakonissenanstalt Bethanien zu Görlitz begründen und betreiben gemeinschaftlich in dem von letzterer zu errichtenden Gebäude Bautzener Straße 38 von dem noch festzustellenden Fertigstellungstermin ab eine Kinderkrippe, die den Namen und äußerlich ein Schild: - Krippe des Vaterländischen Frauenvereins und der evangelischen Diakonissenanstalt Bethanien in Görlitz - trägt.“
Lebhaftes Interesse an der Begründung der Krippe nahm auch die Stadtgemeinde, die zugleich den Wunsch hatte, daß in dem Neubau ein K i n d e r h o r t eingerichtet würde. Sie sagte einen jährlichen Zuschuß von 2000 M. zu. Auch die Herren Stände ließen dem Unternehmen ihre Förderung angedeihen, indem sie ihren bisherigen jährlichen Beitrag an die Diakonissenanstalt von 825 M. auf 1225 M. erhöhten.