Sonntagsschule

Ein Teil der Strickschulkinder kam auch des S o n n t a g s, nun aber nicht, um zur Arbeit angeleitet zu werden, sondern um aus dem Munde der Schwestern etwas zu hören von dem großen Kinderfreund. Wie manches Kinderherz hat in diesen stillen Sonntagsstunden bleibende Eindrücke empfangen und einen köstlichen inneren Besitz für das ganze Leben! Diese von den Schwestern geleitete S o n n t a g s s c h u l e war, soweit wir übersehen, der Anfang der Sonntagsschule in Görlitz überhaupt. Länger als 25 Jahre haben die Schwestern diese Arbeit mit großer Freudigkeit allein getan, bis im Jahre 1895 im erweiterten Frauenkirchenbezirk ein Geistlicher sich der Sache annahm und die bis dahin von den Schwestern gesammelten Kinder in die neue Sonntagsschule übergingen.
Neben der Strickschule in der Bautzener Straße bestand jahrelang noch eine zweite in der Neißeschule (Prager Straße). Beide wurden dauernd gut besucht. Des Mittwochs und Sonnabends nachmittags von 2 bis 4 Uhr kamen eine große Zahl schulpflichtiger Mädchen, weit über 100, im Diakonissenhause zusammen, um im Nähen und Stricken Unterweisung zu erhalten. Zwei große und immer sehnlich erwünschte Feste der Strickschule waren der Sommerausflug und die Weihnachtsfeier. Die Strickschule im Diakonissenhause musste während des Krieges aufgehoben werden, da es an dem notwendigen Arbeitsmaterial mangelte. Die zweite Strickschule konnte zunächst konnte.