Das eigene Mutterhaus

Aus einem Bericht des Vorstandes (Auszug) der Oberlausitzer Synodaldiakonie kann man die Notwendigkeit der Errichtung eines eigenen, nicht gepachteten Schwesternheimes erlesen:

 

Im Jahre 1910 wurde das erste eigene Mutterhaus eingeweiht. Der Erbauer dieses schönen Hauses war Maurermeister Dudel aus Görlitz. Getragen wurde es von den anliegenden Kirchgemeinden und den Kreissynoden.
Das Haus führt den Namen "Salem", eine Wohnstätte des Friedens und ein Bekenntnis des Glaubens an den lebendigen Gott.

 

Die Not hat Salem geboren, die Liebe hat es gebaut und die Gnade hat es gekrönt.
Möge die Losung, welche alle Eintretenden grüßt:

 

"Dienet dem Herrn mit Freuden"
sich erfüllen zum Segen der Oberlausitzer Gemeinden und der Synodaldiakonie.

 

Mit solchen und ähnlichen Wünschen wurde das Mutterhaus in Anwesenheit der Öffentlichkeit feierlich eingeweiht.

 

Gratulanten waren unter anderem:

 

der Landeshauptmann von Wiedebach- Nostitz
der Generalsuperintendent Haupt aus Breslau
der königliche Zeremonienmeister Kammerherr von Wiedebach und Nostitz aus Arnsdorf
die Vorstände der schlesischen Synodaldiakonieverbände
Damen des vaterländischen Frauenvereins.

 
Die am Giebel angebrachte Inschrift,

 

1910
Landständisches
Diakonissenhaus
der
Oberlausitzer Synodal-Diakonie

 

wurde bei der Rekonstruktion des Gebäudes im Jahre 1990 leider entfernt.

 

Klein- Biesnitz war als Bauplatz für die Einrichtungen der Oberlausitzer Synodaldiakonie ideal. Am Fuße der Landeskrone gelegen, mit Görlitz durch Straßenbahn und schattige Promenade verbunden, bot es wegen seiner schönen Lage am Hange der Landeskrone ein herrliches Wohngelände. Das Bauland war vorzüglich und äußerst preiswert, es lag ruhig, abseits der großen Autostraßen und bot eine unbehinderte Fernsicht. Die schönen Eigenheime, Wochenendhäuser und Villen fügten sich harmonisch in das Gesamtbild des Ortes.

 

In den Folgejahren wuchs die Arbeit beträchtlich, mehr als 60 Schwestern leisteten einen schweren Dienst in Krüppelheimen und Krankenhäusern, Kinder- und Säuglingsheimen, Waisenheimen und Altenheimen. Die Zahl der Schwestern, die für sehr wenig Taschengeld ihren schweren Dienst versahen, stieg bis 1926 auf über 100 an. Aus diesem Grund wurde der Bau von zwei neuen Häusern beschlossen.
Das Säuglingsheim und das Altersheim, beides bis dahin in das Diakonissenmutterhaus integriert, sollte herausgenommen und in zwei neue, rechtwinklig zueinanderstehende und miteinander verbundene Häuser überführt werden.
Gebaut wurden beide Häuser unter der Leitung von Pastor Reinhold Winkelmann, der Pfarrer Demke nach dessen Heimgang im Jahre 1918 in seinem Amt ablöste.

 

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